Powerfrau

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Themenersteller
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7. Apr

Powerfrau
„Powerfrau“ – das ist ein starker Begriff.
Powerfrau das ist super, denn die endlich entfesselte Kraft der Weiblichkeit, die wir Powerfrauen verkörpern, hat es uns möglich gemacht, uns von alten Rollenbildern gründlich zu verabschieden und Lebensentwürfe zu verwirklichen, von denen unsere Vorfahrinnen nur träumen konnten. Wir müssen uns nichts mehr gefallen lassen, beruflich wie privat, von Männern wie von Frauen.

Auf den ersten Blick erscheint es verlockend zu sein, diesen Ideal zu entsprechen.
Aber wir sind Menschen mit guten und schlechten Tagen.
Viele Powerfrauen verbringen lange Jahre in einem unheilvollen Wechselbad der Gefühle. Während ihre nach Außen den überlebensgroßen Mythos perfekt verkörpern, führen ihre zarten, bedürftigen und — ja, genau — schwachen Anteile in ihrem Unbewussten ein Schattendasein. Von dort machen sie sich auf zuweilen sehr unangenehme Weise bemerkbar. So finden sich viele Powerfrauen mit schöner Regelmäßigkeit in ziemlich unglücklichen Beziehungskonstellationen wieder, aus denen sie sich nur mit größter Anstrengung befreien können. Ihr bedürftiger Teil, sonst gut verborgen, findet offenbar höchsten Gefallen an absolut ungeeigneten Partnern. Manche Powerfrauen verzichten aus diesem Grund nach ein paar Versuchen sogar komplett auf eine Partnerschaft.

Also sollen wir weiter danach streben Powerfrauen zu sein oder gibt es einen anderen Weg. Erwartet man von einem Männern immer Powermodus zu sein oder gilt das nur für Frauen? Wie seht ihr das?
 
 
8. Apr

Ich erwarte dieses "Powerpaket" grundsätzlich weder von Männern noch von Frauen!

Im privaten Umfeld sind mir aber Menschen (beiderlei Geschlechts!) die Anpacken/ Zupacken, vielschichtig talentiert/interessiert sind deutlich lieber, als diese ewig Sumsenden "des geht ned, weil... und dies klappt ned, weil...." immer irgendjemand (Staat, Partner, Chef, etc.....) grad ned des macht was man sich erwartet hat.

Natürlich komm auch ich nicht immer ohne Unterstützung aus ... dennoch bin ich ein klein wenig stolz darauf, was ich heute alles kann, woran ich vor 5 Jahren noch nicht mal im Traum gedacht hätte, es zu tun (zu müssen).

Macht es aber für einen künftigen Partner definitiv nicht einfacher, mir irgendwie zu "imponieren" *g*

Trotzdem gefalle ich mir in dieser "Rolle" sehr gut. Und ich bin heilfroh, dass ich so leben kann und darf!
 
JOY-Angels
 JOY-Angels
8. Apr

"Powerfrau" - da denke ich immer an Hera Linds "Superweib", die alles hinkriegt, wo nix schief geht (oder wenn, dann lustig), die einen unstillbaren Bewegungsdrang an (und deshalb schlank ist) --- und die dann lauter Leute hat, die ihr die Haushalts-Kleinarbeit abnehmen.

Und dann sehe ich mich mit Familie und Job, die ich eben nix perfekt hinkriegte, die sich aber alles aufladen ließ, die ein Arbeitsprogramm erledigte, bei dem es mich heute schauert (ok, ich war 25 Jahre jünger). Nur schlank war ich nie ... und so selbstbewusst, wie das "Superweib" aus dem Buch auch nicht.

Eigentlich hatte ich gedacht, das ich dann als Erwachsene "realistisch" geworden sei, dass in einer Partnerschaft die Aufgaben geteilt werden. Aber je länger ich verheiratet war, desto mehr war ich mit allem alleine.

Und genau betrachtet, war mein Ex eben nicht der starke Mann, der mit mir ZUSAMMEN das Leben meistert, sondern ein sehr narszisstisch angehauchter Schwächling, der mich als Halt brauchte. Und der mit Charme an meinen tief verwurzelten Minderwertigkeitskomplexen "andockte", denn ich fühlte mich immer unwert, dick und blöd und dachte, ich müsste es allen Recht machen, um geliebt zu werden.

Mit anderen Worten: die "Powerfrau" , die ich nach außen ausstrahlte, war dies nur, weil es zum Überleben nötig war, alles zu stemmen. Und nach unserer Trennung war ich unglücklich, weil ich glaubte, ich würde nie mehr einen interessanten Mann abkriegen, weil ich zu allem Überfluss auch noch beruflich aufgestiegen war. Männer mögen keine Powerfrauen, sagte man mir.

Das ist besonders perfide: ich musste so werden, weil der Mann zu schwach war, aber dann war das der Grund, warum kein vernünftiger Mann mich wollte ?

*umfall*

Mittlerweile habe ich gelernt, dass ich eben so bin, wie ich bin. Dass ich gelernt habe, mein Leben zu stemmen und dass ich durch eine Menge Nackenschläge stark geworden bin. Und klüger - ich habe viel über mich gelernt und bin heute so, wie ich mich mit 15 geträumt habe: unabhängig, stark, dem Leben gewachsen --- und, siehe da, ich habe viele Freunde und es gibt auch Männer in meinem Leben. Welche, die es nicht nötig haben, irgendjemandem zu imponieren.

*oh*

"Powerfrau" sehe ich also sehr skeptisch. Man betrachtet sie mit Ehrfurcht, aber auch mit Angst und dann macht man sie klein, weil man sich selber unwürdig fühlt. Andererseits, wenn jemand gebraucht wird, um irgendwas zu stemmen, zu erledigen, um die Kastanien aus dem Feuer zu holen, dann holt man sie. (Oder ihn, Männer können sich angesprochen fühlen)

Mir sind Menschen lieber, die "authentisch" sind, die einschätzen können, was sie können und was nicht, die niemandem "imponieren" müssen, die schon gar keine Rolle spielen müssen. Erwachsene Menschen eben. Mit Stärken und Schwächen.
 
 
8. Apr

"Powerfrau" oder "Powermann"
Hat für mein Empfinden auch eher einen einseitigen Geschmack.

Ablehnung und Bewunderung schwingt da gleichzeitig mit.
Je nach dem, wie ICH mich gerade fühle *zwinker*
Power kann motivieren und de-motivieren. Je nachdem, aus welcher Perspektive draufgeschaut wird und wie der Betrachter selbst dazu aufgestellt ist.

Ich weiß zB, dass in jedem Extrem ein "natürlicher Ausgleich" schlummert.

"24std.Powermännchen" finde ich insgesamt eher langweilig, weil die aus meiner Perspektive nur halb in ihrem SELBST sind. Die kommen nie zur Ruhe, da fehlt doch was....

Ob das nun ein "Powermännchen" ist, das mit Aktionismus eigene "Schwächen" kompensiert (weil es diese, warum auch immer, noch nicht akzeptieren/annehmen kann)
Oder ein "Schwächling", das Kompetenz im Dranhängen/Energie-abzapfen bei Anderen perfektioniert hat.
Braucht ja immer Zwei... *fessel*

"Professionelle Opfer", so nenne ich die,
(bezogen auf das Zitat dunnapesant: " das geht ned,weil..."," das klappt ned,weil..." Typen)
sind genauso anstrengend wie "professionelle Täter".

Powermenschen haben Scheiße UND Dünger *smile*

Selbst-verantwortung im erwachsenen Alter. Das wäre schön. Nicht mehr, nicht weniger.

Was "man erwartet" weiß ich nicht.

Bestenfalls treffen sich meiner Meinung nach zwei gleichgesinnte Gegensätze mit gegenseitiger Akzeptanz und Lernbereitschaft.

Was das Powerlevel angeht, sind die 100% immer der Situation entsprechend gut verteilt... Können schließlich nich BEIDE/ALLE Unten liegen *anmach*
 
Themenersteller
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8. Apr

Wenn ich all das lese, habe ich das Gefühl vieles davon auch erlebt zu haben. Aber nicht nur das Gefühl. Ich habe es selbst erlebt. Diese Erfahrung wieder macht stark. Es macht mich aber auch stolz mich mit Frauen wie Euch austauschen zu können. Liebe Grüße Chris
 
 
9. Apr

Katharina57:
Mir sind Menschen lieber, die "authentisch" sind, die einschätzen können, was sie können und was nicht, die niemandem "imponieren" müssen, die schon gar keine Rolle spielen müssen. Erwachsene Menschen eben. Mit Stärken und Schwächen.
das unterschreib ich!
so is es - das sind mir die liebsten, authentische "spinner" mit ecken und kanten *ggg*, aber auch die ihre schwächen haben und dazu stehen können. ich glaub dahinter steckt die wirkliche power.
menschen einfach!