Der große Unterschied (tribute to Alice)

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Themenersteller
 Themenersteller
3. Jul 17

Der große Unterschied (tribute to Alice)
Ja, manchmal braucht frau ein bisschen, bis die Puzzleteile in die richtige Reihenfolge sich einfügen. *g*
jedenfalls hatte ich gestern einen Heureka-Moment. Zumindest fühlt er sich so an *grins*

Es gibt einen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Einen großen. (Alice in Ehren! *superman*)
Dieses ganze Gequake von wegen Frauen sind von der Venus, Männer vom Mars: sind wir emotional wirklcih so unterschiedlich gestrickt? Nein, sind wir nicht. Menschen haben Gefühle und unterschiedlichen Zugang dazu, reagieren unterschiedlich emotional; das ja. Was allen gemein ist: sie haben Gefühle und Emotionen.
Sind unsere Gehirne so unterschiedlich, dass sich daraus Aussagen über männliche oder weibliche Intelligenz ableiten ließen? Nein.
Sind wir von der Muskelkraft her so unterschiedlich, dass sich daraus eine Trennung herleiten lässt? Nein, nicht wirklich.

Gleichwohl gibt es einen Unterschied. Einen existentiellen.
Frauen können gebären.
Leben schenken. Leben, das sie zusammen mit einem Mann geschaffen haben, auf/in die Welt bringen.
Leben nähren. Er_nähren.

Das ist eine unglaubliche Kraft. Ein Geschenk. Eine Fähigkeit, die Frauen einzigartig macht. Die nur Frauen haben (was nicht heißt, dass sie diese Fähigkeit leben müssen!!!).
Männer können das nicht. Werden es nicht können.
Egal welche Maschine auch erdacht und erfunden wird, so ganz klappt das nicht.

Das ist jetzt keine Fähigkeit, die Frauen besser als Männer macht. Die Frauen über die Männer erhebt. Die Frauen zu anbetungswürdigen Wesen macht. Es ist nur eine Fähigkeit, die sie von Männern unterscheidet.
Und es ist eine mächtige Fähigkeit. Sie ist kraftvoll. Sie ist radikal. Sie ist existentiell.
Denn es ist die Fähigkeit Leben zu geben und damit auch zu nehmen.

Könnte es sein, das ist der Gedanke, der sich für mich an diese Überlegungen anschloss, könnte es sein, dass genau diese kraftvolle, mächtige Fähigkeit Leben zu geben, das ist, was Männern so Angst macht?
Was sie dazu gebracht hat, alle Frauen klein und unsichtbar zu halten über Jahrtausende hinweg?
Was Männer dazu gebracht hat, Frauen einzureden, sie seien in Wahrheit das schwache Geschlecht?
Was die Mär geschaffen hat, Frauen als die schwachen, schützenswerten Wesen zu sehen, die Verfügungsmasse sind, zu Willen sein zu haben (weil sie keinen eigenen haben, bzw ihnen der aberzogen wird) und die zu zart sind für die böse Welt draußen?

Könnte das sein?
Lag Papa Freud also nur, wie so oft, knapp daneben? Gibt es nicht den Penis-Neid sondern viel eher - und viel folgenreicher und grausamer - den Gebärmutter-Neid?

Wie seht ihr das?
 
 
3. Jul 17

Diese besondere Fähigkeit sollte den Frauen eigentlich eine privilegierte Stellung geben. Frühe Menschengruppen hatten nur langfristige Überlebenschancen wenn sie Frauen hatten. Ohne Frauen, keine Reproduktion, keine Gruppe. Salopp gesagt kann zur Not jeder Depp jagen und Kinder Zeugen. Aber Frauen, diese besonderen Wesen, haben diese Fähigkeit Kinder zu gebären und stehen vielleicht schon deshalb mit dem Göttlichen in Verbindung. In Zeiten des nackten Überlebens sind die Frauen die Bienenköniginnen unter den Menschen.

Hätten wir nicht ein Patriarchat haben müssen? In friedlichen Gesellschaften wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.

Aber Kain erschlug Abel, um an sein Besitz zu kommen und gegen Feinde muss man sich erwehren. Um sich ihrer zu erwehren brauchte man Militär. Und wie wir wissen sind Menschen bereit für die Sicherheit alles aufzugeben. Das Primat des Militärs war geboren und damit das Patriarchat. Es ist nicht nur die Kraft, auch die enorme Opferbereitschaft, Wagemut und Gefahrenblindheit junger Männer, die Männer für den Krieg prädestiniert. Die Anzahl an gebärfähigen Fragen ist wichtiger als die der zeugungsfähien Männern. Auch weil Frauen wertvoller sind, konnte man sie im Krieg nicht einsetzen.

Ich weiß nicht, ob dazu ein Neid dazukommt. Wenn ich eine Schwangere sehe, wie sie strahlt und den Bauch streichelt und glücklich ist, weil sie das Kind in sich spürt, werde ich schon neidisch für diese besondere Verbindung, diese ultimative Erfahrung des Menschseins. Es ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Aspekt, der nicht von der Hand zu weißen ist.

Im Übrigen finde ich Karthago sollte zerstört werden und der Krieg ist der Vater aller Dinge...
 
Themenersteller
 Themenersteller
3. Jul 17

Wie gesagt,
mir geht es nicht darum, diese Fähigkeit, diesen großen Unterschied, zu einem Fetisch zu erheben.
Nein, Frauen sind nicht anbetungswürdig - oder zumindest nicht anbetungswürdiger als jeder Mensch!
*regenbogen*
Und nein, ich finde auch nicht, dass Frauen eine privilegierte Stellung gebührt. Zumindest nicht privilegierter als allen Menschen.

Was den Krieg betrifft: es gab und gibt kriegerische Frauen. Stichwort Amazonen.
Was mir einleuchtet ist dein Argument mit dem Schutz der Frauen, in ihrer Funktion als Gebärfähige; ja, ein Mann kann 10 Frauen befruchten, aber eine Frau nicht (so schnell) Kinder von 10 Männern kriegen.
Ok, das hieße, die Frauen sind in dieses Ungleichgewicht - da der starke (beschützende) Mann hier die schwache (zu beschützende) Frau - reingerutscht, weil plötzlich Krieg geführt wurde.

Stichwort Sesshaft-Werdung, Besitz und alles was daraus als Rattenschwanz folgt. Nur: es gab sehr wohl Kulturen, die auch sesshaft waren und Krieg führten und gleichzeitig ein Matriarchat waren.
Insofern befriedigt mich die Antwort 'der Krieg ist schuld' noch nicht wirklich.

Neid, ok, sicher auch ein Aspekt. Danke, den hatte ich bislang nicht auf dem Schirm.
Geht in die Richtung: Frauen sind anders als Männer, haben was, was die nicht haben, das ist gemein, ungerecht, schürt Neid. ja, kann ich psychologisch nachvollziehen.
 
 
3. Jul 17

Ich meinte nicht, sie sollten jetzt privilegiert sein. Mir ging es darum, warum das Patriarchat entstanden ist.

Die Amazonen sind schon in der Antike als Männerphantasie betrachtet worden. Matriarchate gab es in der Geschichte immer wieder und wurden durch Krieg beseitigt. Es gibt nachwievor einzelne Kulturen, die friedlich leben und durch Krieg nicht groß bedroht sind, wo sich das gehalten hat. Aber die Mehrheit der Menschheit hat Krieg und Versklavung erlebt, in dem das Primat des Militärs vorherrschend war und damit auch das Partiarchat. Denn Hand in Hand fand auch der Übergang der religiösen Führung von Männern zu den Frauen statt, bedingt durch das Primat des Militärs. Das hat auch die Weltanschauung verändert und Hierarchien hervorgebracht und verfestigt.
 
 
3. Jul 17

Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist kategorial. Ein Mann kann das, was eine Frau durchlebt, wenn in ihrem Körper ein neuer Mensch entsteht, niemals verstehen oder nachempfinden können. Ich habe es zweimal erlebt: Wenn die Liebste im Kreißsaal nach Monaten der Beschwernis ein Kind gebiert; unter Schmerzen. Das war mir ein Erlebnis von ganz eigentümlicher Art: Ich konnte eigentlich nicht teilnehmen. Ich war dabei, aber ich konnte nur physisch anwesend sein und alles tun, was in meiner Macht stand, um einfach nur dazusein. Das hat meiner Frau nicht geholfen; natürlich nicht, und ich habe ein paar Jahre hernach allen Männern empfohlen, der Geburt nicht beizuwohnen.

Heute weiß ich, daß es wichtig ist. Jeder Mann muss wissen, was es für seine Liebste bedeutet, die Brut der Liebe hervorzubringen. Das ist eine Leistung, die nicht überbewertet kann. Nicht nur, weil die Frau einen wachsenden Bauch durch die Welt zu tragen hat; nein! Sie hat ein Kind durch ihren engen Kanal hindurch in die Welt zu bringen, der bisher dem Schwanz ihres Liebsten vorbehalten war.

Ein großes Problem ist, daß nach der Geburt des ersten Kindes die Libido erstirbt. Ich weiß nicht, warum, aber ich habe ein paar Ideen dazu.
 
Themenersteller
 Themenersteller
3. Jul 17

wie gesagt
es geht mir nicht um Verherrlichen oder auf_die_Knie_gehen.
Das magst du gerne mit der Mutter deiner Kinder tun, hilft in Sachen Patriarchat aber nicht wirklich weiter.
 
 
3. Jul 17

ich bitte untertänigst um verzeihung, liebe perseida.
 
Themenersteller
 Themenersteller
3. Jul 17

es
beginnt nervig zu werden, das ist dir klar?
 
 
3. Jul 17

plantnurse wollte nur zum Ausdruck bringen, aus seiner persönlichen und wie ich finde auch berührenden Sicht, dass der von perseida angesprochene Unterschied eigentlich dazu führen müsste, dass Frauen eigentlich eher privilegiert sein müsste, als jahrhundertelang und auch heute noch unterdrückt zu sein.

Der Neid, als Gegenstück zu der Bewunderung hat vielleicht dazu beigetragen, dass aus der Bewunderung, als Negierung und Leugnung dieser Besonderheit eine Geringachtung und Unterdrückung geworden ist.

Die Besonderheit der Gebärfähigkeit geht aber auch handinhand mit der Menstruation. Die monatliche Blutung hat im Bewusstsein der Menschen sich eingegraben und auch hinsichtlich der Stellung der Frauen sicher eine Rolle gespielt.
 
JOY-Angels
 JOY-Angels
3. Jul 17

Die Geburt des Kindes muss nicht die Libido ersterben lassen, war bei mir jedenfalls nicht so und bei vielen anderen Frauen auch nicht.

Aber *zumthema*

Nicht umsonst ist die Göttin der Fruchtbarkeit/des Frühlings/der Landwirtschaft in vor-christlichen Kulturen eine Frau. Wir wissen nicht, wie die "Herabsetzung" der Frau geschaffen wurde, wie aus "ist schutzbedürftig, weil sie gerade geboren hat" ein "ist rechtlos und weniger wert" wurde. Wir waren nicht dabei, es gibt keine schriftlichen Quellen.

Vielleicht hat es wirklich etwas mit dem Sesshaft-Werden und mit dem Besitz von Land zu tun. Ich finde es interessant, dass Abel ein Hirte (Nomade) und Kain ein Landwirt (sesshaft) ist, vielleicht spiegelt sich in dieser Geschichte auch eine gesellschaftliche Veränderung. Wie dem auch sei, dass Nomaden per se friedlicher und gerechter sind, stimmt ja so auch nicht.

*gruebel*

Jedenfalls haben wir das Patriarchat bei den alten Griechen und den Rönern. Und als das römische Reich christlich wird, wird diese Religion eine "Männerkirche", Frauen verschwinden aus der Tradition und aus den Erzählungen um Jesus. Sie werden sogar zur "Quelle allen Übels", Eva ist diejenige, die die "Sünde" in den Garten Eden gebracht hat.

Und dagegen kämpfen wir bis heute. Und ja, ich kann mir vorstellen, dass diese weibliche Kraft den Männern irgendwie sehr imponiert hat ...
 
 
3. Jul 17

die Geschichte von Kain und Abel spiegelt nur die Abneigung der nomadischen frühen Juden gegen die sesshaften Völkern. Genau wie das Verbot des Verzehr von Schweinefleisch.

Jedenfalls bin ich davon überzeugt, dass die zunehmende Spezialisierung der Gesellschaften und der Vorrang des Militärs männiche Führung hervorgebracht, die sich in alle bereiche ausgestreckt hat bis hin zu Auswüchsen an Misogynie. Gerade in der Religion, wie Katharina richtig sagt, wurde viel umgeschrieben und die Frauen herausgedrängt. Das war lange vor dem Christentum und fand in anderen Kulturen und Religionen in unterschiedlichem Maße genauso statt. So konnte der Vorrang der Männer durch göttliche Bestimmung zementiert und den Menschen implementiert werden.
 
Themenersteller
 Themenersteller
3. Jul 17

... "wie
Katharina richtig sagt? "
Sind wir gerade wieder mitten im mansplaining Himmel gelandet?
*huch*

wie wäres es, wenn die Herren einen eigenen kleinen Stuhlkreis gründen, um sich dort in Ruhe auszutauschen?
 
 
3. Jul 17

Jeder Mensch ist gleich wichtig in unserer Welt und auch Frauen haben und tun es immer noch zu ihrer eigenen Unterdrückung beigetragen, es ist eben auch anstrengend sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen.
LG britt_s
 
 
3. Jul 17

Ich mansplainer? Darf ich nur Männern recht geben? Wird das was ich sage und schreibe immer in dem Licht betrachtet, dass ich ein Mann bin.

Ich dachte hier wäre ein Forum wo es keine Rolle spielt, welches Geschlecht man hat.

Stuhlkreis zu zweit ist schwer, wenn ich dir mal ungefragt Geometrie erklären dürfte.
 
JOY-Angels
 JOY-Angels
3. Jul 17

Frauen tragen zu ihrer eigenen Unterdrückung bei ?

*gruebel*

Es gibt und gab sicher welche, die sich ein sicheres und problemloses Leben wünschen. Aber ist es das ? Meine Mutter war so eine "Nur-HAusfrau"... abgesehen davon, dass sie es nie besonders gemocht hat, hatte sie auch Probleme zu lösen, gab es Kummer und Sorgen in ihrem Leben. Nur, weil der Mann das Geld verdient, geht es der Frau nicht automatisch immer gut.

Wenn man in der unterlegenen Position ist, dann passt man sich an. Wenn man die Ideologie verinnerlicht hat ("Gottes Wille"), dann beugt man sich ihr und gibt sie an die Töchter weiter.

Aber es gab schon immer Frauen, die sich dem widersetzten.
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